Wir sind alle gleich.

Hallo ihr Lieben,



meine Snapchat-Freunde ( Name: vale-ntina1) wissen, dass ich in den vergangenen beiden Wochen ein Sozialpraktikum in einer Wohngruppe für geistig und körperlich Behinderte gemacht habe.
Am ersten Tag war ich schon etwas aufgeregt und war eher gespannt wobei ich mir alles anders vorgestellt habe ( im positiven Sinn), Ich habe eher eine krankenhausähnliche Einrichtung mit strengen Tagesabläufen erwartet und war sehr überrascht, wie selbstständig die Bewohner in der Gruppe sind. Alle gehen morgens zur Arbeit, ebenfalls eine angepasste Einrichtung, und komme zu Kaffee und Kuchen wieder zurück. Anschließend gehen alle in einen gewählten Kurs (zum Beispiel Chor, Malen, Schreiben, Musizieren) und treffen sich zum Abendessen wieder. Klar hat es da gewisse Abläufe: jeder hat seinen selbstgewählten Sitzplatz und jeder hat seine Aufgaben zu erledigen aber sonst läuft alles wie bei uns "gesunden" auch! Ich fand es sehr faszinierend wie selbstständig und verantwortungsvoll die Leute dort sind. Dass sie einander helfen und sich unterstützen wie in einer richtigen Familie und sich alle mehr oder weniger gut verstehen obwohl sie teilweise schon über 17 Jahre in der Einrichtung leben.
Mir hat es sehr viel Spaß gemacht, den Alltag mal mitzuerleben und die ein oder andere Aufgabe zu übernehmen. Die Leute sind einem so Dankbar wenn man eine Kleinigkeit mit ihnen übernimmt oder sich ein wenig Zeit für sie nimmt.
Ich bin dort auf unglaublich freundliche und offene Menschen gestoßen, die mir sehr viel wertvolles beigebracht haben und mich sehr gut behandelten.
Ich bin ohne jeglichen Vorbehalt da rein und komm mit vielen positiven Eindrücken wieder raus.
Viele glauben immer, dass man mit geistig oder körperlich Behinderten nichts anfangen könnte und dass sie in einer total anderen Welt leben aber so ist es überhaupt nicht. Man kann sich natürlich mit allen über jedes Thema super gut unterhalten und ganz normale Gespräche führen oder Unternehmungen machen. Die Leute sind ganz normal fähig Beziehungen aufzubauen ( ein Paar ist schon 30 Jahre zusammen und möchte nächstes Jahr heiraten) . Viele von ihnen sind sogar loyaler als so manch ein anderer. Natürlich hängt das alles auch mit der Persönlichkeit und mit der Stärke der Behinderung zusammen aber im Großen und Ganzen bin ich wirklich sehr überrascht und überlege mir, vielleicht vor dem Studium ein freies soziales Jahr zu machen.

Wer also aus Stuttgart und Umgebung kommt und ein Sozialpraktikum machen will/muss sollte sich unbedingt die Behinderteneinrichtung Haus Clemens von Galen anschauen!

Valentina