weekly report 12 - die Schiwerigkeit des Erwachsewerdens

Take the first job you can in the industry you want to get into. The job doesn't matter, getting your foot in the door does!


Bekanntlich warten wir ja jeden Morgen auf den Abend, jeden Montag auf den Freitag und jeden Winter auf den Sommer. In dieser Woche ist mir wieder bewusst geworden, warum das eigentlich so ist. Warum wir den Moment nicht genießen können und immer auf etwas bestimmtes warten.


Diese Woche hielt für mich zwei Klausuren und einen Test bereit. Für nächste Woche steht nur Mathe an und da mehr als Nachhilfe nicht hilft, habe ich mich an diesem Wochenende wieder fürs Geldverdienen entschieden. Es ist schon ziemlich anstrengend neben der Schule und dem Blog noch Geld zu verdienen. Ich weis natürlich, dass ich das eigentlich nicht muss und meine Eltern verlangen das auch nicht aber ich will es trotzdem. Für mein Alter kaufe ich mir relativ oft sehr teure Designerteile und die lasse ich mir nicht von meinen Eltern finanzieren. Ich habe die Möglichkeit zu arbeiten, ich kann meine Zeit so einteilen, dass meine Noten dabei nicht zu kurz kommen, daher sehe ich darin auch kein Problem. Es ist aber so, dass es eben doch anstrengend ist, alles in eine Woche zu packen.

Und wenn ich daran denke, dass es später mal alles anderes und leichter wird, weil man nur noch arbeitet und nicht mehr zur Schule geht, muss ich auch immer daran denken, dass dann auch noch viel mehr Ausgaben, Kosten und Verpflichtungen auf mich zu kommen. Viele Kids, die, wie ich, nur wenige Monate vor dem 18. Geburtstag stehen, sehen in der Volljährigkeit eine Erlösung und Freiheit und sagen oft, dass " alles besser wird". Aber was genau wird den besser? Dass ich meine Eltern nicht mehr um Erlaubnis bitten muss, wenn ich weg gehe? Dass ich keine Altersbegrenzung mehr habe? Diese ganzen Dinge bedeuten für mich keine Freiheit sondern mehr Verantwortung. Es ist nicht so, dass ich mich dieser Verantwortung nicht gewachsen fühlen, ganz im Gegenteil. Ich fühle mich bereit, erwachsen zu werden und selbstständig zu werden. Aber ich kann die kommende Zeit nicht als "besser" bezeichnen, wenn es keine konkreten Argumente dafür gibt. Schließlich ist dieses "besser" auch immer eine eigene Empfindung.

Mit den Jahren kommt nicht nur Reife und Erfahrung, es sind auch schlechte Dinge, die sich anhäufen. Ich stelle mir die Seele und das Leben immer wie so einen Klotz aus Modelliermasse vor, in die man Schnitte und Ritze machen kann. Es werden sich schreckliche Ereignisse, Schmerzen und Verluste, Enttäuschungen und Misserfolge ansammeln aber ich bin mir sicher, dass alles aus einem Grund passiert. Und alles endet eines Tages, nichts gutes und nichts schlechtes ist für immer und das beruhigt mich. Meine Entscheidungen werden mich vielleicht mein ganzes Leben begleiten aber ich werde sich nicht ewig ertragen müssen.

In meinen Augen ist die Selbstständigkeit die wichtigste Entwicklung beim Erwachsenwerden. Sich zu lösen und zu lernen, alleine Dinge zu schaffen. Sich auf sich selbst konzentrieren, für sich und sein Leben zu arbeiten und nicht immer auf die Mitmenschen zu hören oder ihnen Beachtung zu schenken. Als Kind wird man in ein fertiges Nest reingeboren. Im Normalfall hat man Eltern, ein Dach über dem Kopf und jemanden, der sich um die Zukunft sorgt. Irgendwann beginnt aber die Zeit, in der man Entscheidungen selbst treffen sollte und will. Auch wenn man auf andere nicht immer den Eindruck macht, als wäre man bereit, die Verantwortung für sich selbst zu übernehmen, ist es meistens so.

Von älteren Personen aus dem Umfeld höre ich oft, dass sich die Menschen ändern. Freunde wenden sich ab, "Feinde" werden Freunde, Freundschaften lösen sich und Cliquen gehen auseinander. Trotz dem Hintergedanken, dass ich noch sehr jung bin, habe ich das selbst schon gemerkt. Oft denkt man, dass man zu einer Person eine besondere oder starke Beziehung hat, eine gute Freundschaft oder sowas aber nach einer Zeit merkt man, welche von diesen Freundschaften wirklich besonders und fest sind. Am Wochenende ging es für mich nach der Arbeit spontan noch weg. Ich hatte eigentlich gar keine Lust, meine Begleitung hat mich aber gezwungen, in ein Lokal zu gehen, wo wir direkt auf zwei Freunde trafen. Irgendwie war es total ungeplant, der Abend verlief aber richtig gut und man wollte gar nicht gehen. Gerade dann, wenn man nicht oft Kontakt mit einer Person hat und sich oft sehen kann, sieht man, wie gut man eigentlich zusammen passt. Freundschaften sind irgendwie etwas besonderes. Es ist nicht direkt Liebe, wie bei einem Paar, es ist aber trotzdem Liebe. Bei meinen richtigen Freunden, also bei diesen richtig guten Freundschaften, habe ich das Gefühl, dass man sich ergänzt. So wie zwei Puzzleteile.

Aber jetzt reicht es eindeutig mit dem Gefühlszeug.

Röcke und Kleider trage ich jetzt nicht unbedingt oft, immer wieder aber nicht ständig. Am Donnerstag habe ich mich für den All black Camouflage Look entschieden, weshalb ich nach einer gefühlten Ewigkeit wieder eine Strumpfhose getragen habe. Probleme wie Laufmaschen, gelöste Fäden oder so hatte ich bis jetzt nie. Als ich nach 10 Schulstunden meine Schuhe ausgezogen habe, habe ich wirklich alle Strumpfhosenhersteller verflucht. Die Strumpfhose, die mir am meisten gefällt, geht einfach kaputt. Und wie? Natürlich reist sie an den Zehen. Ich hätte weinen können, ich dachte nämlich, dass ich Calzedonia in der Shoppigweek umgehen kann, war wohl nichts mit meinem Plan.


Aber trotz Strumpfhosenproblem und viel Arbeiten, Schulstress etc. war es total schön, dass das Wetter an paar Tagen der Woche so schön war. Ich liebe es, wenn die Sonne durch den Rollladen strahlt. Auf meinem Schreibtisch wurden daher direkt Tulpen platziert ( rosa und lila sind meine Lieblingsfarben bei Tulpen). Ich muss aber sagen, dass mein Kaffeekonsum sich in dieser Woche eindeutig über dem Durchschnitt gehalten hat. Jeden Tag waren es mindestens zwei Tassen, es macht aber auch total Spaß aus der schönen Tasse von Westwing zu trinken.




XX Valentina

Beitrag der Woche & letzter Beitrag: All black camouflage und die weibliche Selbstliebe



 
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