Freundschaften- was du mit ihnen machen kannst und was sie mit dir machen

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Es fängt spätestens im Kindergarten an und es werden mit den Jahren immer mehr. Manche bleiben bestehen, andere zerbrechen und viele verlieren sich. Freundschaften sind etwas besonderes, es ist etwas zwischen Liebe und Bekanntschaft. Weniger als Familie und doch unersetzlich. Aber diese Bindung zwischen Menschen hat viele Seite, die man beachten sollte.

 
Bis zum heutigen Tag habe ich viele Leute kennen gelernt und viele kennen mich. Ich habe einen enormen Bekanntenkreis, ich hatte eine Zeit lang viele Freude und eine Zeit keine. Wenn ich durch einen Club, ein Fest oder durch die Stadt laufe, begegne ich im Normalfall mindestens 3 Personen mit denen ich mich begrüße. Abgesehen davon, dass der Familienkreis und die Verwandtschaft sehr groß ist, habe ich mit den Jahren viele Menschen zu Bekannten gemacht, ich habe mit sehr vielen Leuten Kontakt und ich sehe gewisse Menschen regelmäßig, sogar täglich. Aber kaum jemand von diesen Menschen ist ein Freund.
 
Ich bin sehr emotional gewesen, ich habe Menschen sehr schnell vertraut und war sehr naiv. Wirklich wirklich sehr naiv. Mir konnte man schon immer alles anvertrauen, ich habe das aber auch von wirklich jedem gedacht. Meine Mitmenschen habe ich sehr schnell ins Herz geschlossen und war sogar etwas überempfindlich, weil ich für viele eben nicht so wichtig war, wie sie es für mich waren. Man kann sich vorstellen, dass man früher oder später sehr verletzt wird. Und wenn sich das immer und immer wieder wiederholt, fängt man an sich zu ändern.
 
Nicht nur sein Verhalten wird sich ändern, wenn einem so etwas öfter passiert. Ich habe eine Zeit lang kaum Freunde in der Schule gehabt. Das lag daran, dass ich jedem Vertraut habe und jeden zu meinen Freunden gezählt habe. Ich habe mich in Cliquen integriert gefühlt, die mich eigentlich nicht wollten, obwohl sie mir wirklich stark das Gefühl gaben. Aber so richtig fest in einer Gruppe war ich nie. Ich war mal mit den einen, dann mit den anderen und dann wieder mit den dritten und vierten Leuten. Irgendwann gehört man zu niemandem dazu und steht alleine da. Sowas ist nicht schön, im Gegenteil aber; für mich war es die wohl bedeutendste Erfahrung. Ich danke dafür, dass man mich so behandelt hat. Es war wohl die Zeit, die mich am stärksten zu der Person macht, die ich heute bin.
 
Wie mich meine Freunde sehen kann ich nicht zu 100% sagen. Was sie wirklich über mich denken, wie sie unsere Freundschaft sehen und was sie von mir halten, weis niemand genau. Aber wenn ich so viel falsch machen würde, wären sie nicht meine Freunde. Meine Freunde, das sind einige Leute, die ich auf meinen beiden Händen abzählen kann. Ich liebe sie alle, ich nenne hier auch bewusst keine Namen etc. weil sich jeder hier wiedererkennen müsste. ( Ich weis nicht mal, wer das hier von ihnen überhaupt liest haha)
 
 
Das war in der 6. Klasse, das wohl schlimmste aller Schuljahre. Aber nur durch den Regen wächst man. Und ich glaube was Freundschaften, Beziehungen und den Umgang mit Gefühlen von anderen geht, könnte ich jetzt ein Buch schreiben, denn ich habe viel gelernt und ich bin so unglaublich stolz hier zu stehen und mit einem Lächeln die Namen meiner Freunde im Kopf durch zu gehen.
 
2014 war ein katastrophales Jahr. Auf der einen Seite habe ich mit vielen Leuten eine schwierige Beziehung angefangen, so, dass man die Straßenseite wechseln will, wenn man die Person sieht. Ich habe auch viel mit mir machen lassen. Ich habe mich viel an Personen geklammert, wollte ihnen aber auch nicht hinterher rennen. Gerade frische Freundschaften stehen in solchen Situationen auf der Probe. Wenn einer nicht nachgibt oder sich nicht traut, kann die ganze Freundschaft dem Enden zugehen. Aber in diesem Jahr es das aller letzte Mal, dass ich auf eine Person zugegangen bin, um unsere Freundschaft zu "retten". Es hat sich nicht nur gelohnt, es hat mich mit der Zeit zu einer reichen Person gemacht, weil diese Person mein Leben täglich mit Freunde erfüllt, für mich da ist und meine größte Motivation ist. Ich versuche alles, dieser Person genau das zu geben, was ich von ihr bekomme, ich finde, das gehört sich so.
 
Fehler zu machen ist normal, es gehört gerade zu dazu. Es ist aber wichtig, aus ihnen zu lernen und sie nicht zu wiederholen, wenn man nicht zum gleichen Ergebnis kommen will. Leider habe ich einen Fehler von 2014 im Jahr 2016 wiederholt. Um eine Freundschaft aufzubauen, habe ich andere riskiert. Wenn nur einer von beiden sich darum bemüht, dass die Freundschaft weiter geht, alles dafür gibt, dass man Zeit mit einander verbringt, kann das nicht gut gehen. Ich habe das damals nicht gemerkt. Ich habe nicht gesehen, dass nur ich mich darum bemühe. Und ich habe mich wie ein dummes kleines Kind benommen. Ja ich hab mich sogar regelrecht zum Affen gemacht, habe Stress mit meinen Eltern riskiert, Freunde versetzt und genervt, für nichts.
 
Ich will euch hier einen Rat geben, meine jungen Leser ;) : sobald ihr merkt, dass immer ihr euch bei einer Person melden müsst, immer ihr auf sie zugehen müsst und nie etwas von der anderen Person kommt, lasst es bleiben. Ihr kommt nicht zu einem glücklichen Ende. Diese Person will eure Anwesenheit, eure Freundschaft nicht. Hört auf um etwas zu kämpfen, was ihr nicht gewinnen könnt. Konzentriert euch auf die Personen, die euch schätzen und euch lieben. Die, die sich bei euch melden, die euch sehen wollen und die für euch da sind.
 
Freunde, die man nach einer Ewigkeit wiedersieht, mit denen man auch dann über seine Probleme reden kann, die einem zuhören und sich darum kümmern, dass es einem besser geht, wenn man sich selbst darum nicht kümmern kann, sind so wertvoll! Solche Menschen muss man in seinem Leben behalten.
 
Nicht alle Freundschaften fangen schön an. Manche fangen sehr holprig und mies an, werden dann aber richtige und feste Freundschaften. Man muss sich eben kennenlernen und Vertrauen aufbauen, man muss lernen, sich auf einander zu verlassen und zusammen zu wachsen. Mit der Zeit ändern sich Menschen, sie lernen vielleicht, wie wichtig das ist und geben sich mehr Mühe, gute Freunde zu sein und dafür solltet ihr euch freuen.
 
Leider geht es eben auch andersherum. Gute Menschen können schlecht zu euch und für euch werden. Die guten Seiten schwächen ab und verschwinden irgendwann ganz. Der Grund für euren Kontakt wird ein anderer, der Schwerpunkt eurer Konversationen hat gar nichts mehr mit euch zu tun und ein Teil oder alles, was ihr an einer Freundschaft oder an einer Person so geliebt habt, ist weg. Die Freundschaft beginnt irgendwann schlecht für dich zu werden. Du leidest vielleicht sogar darunter, es wird eine Last, diesen Bund zwischen euch zu erhalten und du hast auch gar keine Lust mehr, etwas dafür zu tun.
 
Manchmal ist es besser, wenn man sich von "Freunden" distanziert. Entweder wegen ihrem Verhalten, ihrer Art oder wegen dem, was aus eurer Freundschaft geworden ist. Nicht immer kann man etwas erhalten, nicht immer kann man etwas retten. Es ist wichtig, dass du danach schaust, wie sich eine Beziehung zwischen zwei Leuten entwickelt. Ich meine damit Freundschaften und richtige Beziehungen. Es gibt immer Höhen und Tiefen, es gibt aber auch Dinge, die sich nicht mehr ändern oder nur einmalig und wenn dabei ein Problem entsteht, kann man sich nicht mehr so einfach helfen.
 
In letzter Zeit habe ich mich auch von einigen Leuten entfernt. Es liegt daran, dass ich mich verändert habe, aber auch die anderen. Unsere Sichtweisen gehen immer weiter auseinander und ich habe das Gefühl, dass ich viele von meinen alten Freunden nicht mehr verstehe und sie mich nicht verstehen. Ich weiß, für diese Menschen bin ich der Arsch, der sich von ihnen gelöst hat und sie im Stich gelassen hat, für mich ist aber wichtig, dass ich für mich den Punkt erkannt habe, wann es sich einfach nicht mehr lohnt und wann ich einfach nicht mehr mit diesen Personen sein will.
 
Es ist auch so, dass sich zur Zeit viele alte Freundschaften wieder entwickeln. Besser und stärker werde. Mit Leuten, die ich seit Jahren nicht mehr gehört habe, habe ich nun wieder Kontakt und ich versteh mich so gut mit ihnen, dass ich nicht allzu viel darum trauere, dass ich einst gute Freunde nicht mehr habe.
 
Zum Schluss möchte ich noch einen Punkt erwähnen, der die momentan heranwachsende Jugend betrifft:
 
In der Schule bin ich mit vielen Leuten in Kontakt und bin mit einigen aus den niedrigeren Stufen wirklich gut befreundet. Für ein paar von denen bin ich sowas wie die große Schwester oder wie auch immer man es nennen mag. Und ich habe mit der Zeit einige Geschichten gehört, die mich mehr als schockiert haben.
Also, ich unterstütze es zwar nicht, wenn man sich schon mit 15 jeden Wochenende zum trinken mit seinen Freunden trifft, wer das aber darf und kann, soll es machen, wenn er es für richtig hält. Aber Kinders, wenn dann so Geschichten rauskommen, dass Freundin A Freundin B den Freund weggenommen hat, weil sie betrunken am Tag YX mit ihm rumgemacht hat und dann noch Freundin C dazu kam und Freundin D alles an Freundin A weitererzählt hat, hab ich echt kein Verständnis mehr für euch. Ihr macht euch eure Kindheit selbst kaputt, eure Jugend. Wenn die ganze Clique jetzt Stress hat, weil alle mit allen rummachen müssen, solltet ihr euch wirklich mal Gedanken machen! Ich will hier für niemanden den Richter spielen aber ich wäre voll begeistert, wenn ihr euch mal Gedanken darüber macht, was ihr da macht.
 
Mal wieder ein etwas lang geratener Essay, sorry :D
 
XX Valentina
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